Rheinfelder Pontoniere

zurück zu Home

Stadtgeschichte
Zum Einband
Grussworte
Stadtgeschichte
100 Vereinsjahre
Das Unglück 1956
Erste Motorfahrt
Schlauchboottalfahrt
Ehrenmitglieder
Der Nachwuchs
Dankeschön
Grussbotschaft
Pontonierlied
Zum Gelingen

Kleine Rheinfelder Stadt- und Entwicklungsgeschichte

Rheinfelden wurde im Jahre 1130 von Herzog Konrad von Zähringen zur Stadt erhoben. Die Anfänge gehen allerdings bis ins 10. Jahrhundert zurück. Aber schon viel früher, vor etwa zehntausend Jahren, beherbergten die Höhlen in der Ermitage im Süden von Rheinfelden Rentierjäger. Funde aus dieser Zeit sind im Fricktaler Museum zu sehen.

In den 700 Jahren Rheinfelder Geschichte bis zur Aufnahme in den Kanton Aargau im Jahre 1803 und somit auch in die Eidgenossenschaft wechselte der Ort verschiedene Male seine Zugehörigkeit. Die vielen Wechsel im Laufe der Zeiten, von den Grafen von Rheinfelden über die Zähringer zu den Habsburgern und zwischendurch auch verschie-dene Male freie Reichsstadt, prägten Rheinfelden sehr.

Schwere Belagerungen während des Dreissigjährigen Krieges und die Auseinandersetzungen zwischen dem Hause Habsburg und den Franzosen galt es zu überstehen. Vor allem 1678 traf es die Einwohner mit aller Härte, als Rheinfelden als österreichischer Vorposten gegen die Franzosen von den Truppen von Marschall Créqui beschossen und auch die Brücke zerstört wurde.

Auch im Jahre 1744, als die Franzosen das nach dem Dreissigjährigen Krieg auf der Insel erstellte Artillerie-Kastell sprengten, bekamen sie dies schmerzlich zu spüren. Unter Maria Theresia und ihrem Sohn Joseph II. erholte sich Rheinfelden und erlebte wieder eine Blütezeit.

Nach Ausbruch der französischen Revolution und den darauffolgenden Koalitionskriegen standen einander wiederum Frankreich und das Haus Habsburg gegenüber. Wieder hatte Rheinfelden schwer zu leiden, bis die Friedensschlüsse von Campo Formio und Lunéville die Ablösung des Fricktals und damit auch Rheinfeldens von Österreich brachten.

1803 kam also das Fricktal zum Kanton Aargau. Der Rhein war nun nach der Loslösung aus dem alten Staatsverband und der damit verbundenen Trennung von den rechtsrheinischen Gebieten wieder Grenze geworden. Das heutige Rheinfelden hat etwas mehr als zehntausend Einwohner. In der fussgängerfreundlichen Altstadt präsentieren sich zahlreiche Geschäfte und Restaurants und laden vor allem in der wärmeren Jahreszeit zum Verweilen. Ausserhalb der Stadtmauern, die auch heute noch zu einem guten Teil erhalten sind, hat sich der Ort in den letzten 25 Jahren in alle Richtungen um ein mehrfaches ausgedehnt. Im Norden, getrennt durch den etwa 300 Meter breiten Rhein, liegt die gleichnamige, aufstrebende und zum Bundes-land Baden-Württemberg gehörende Industriestadt Rheinfelden/Baden. <Vater Rhein> gehört der Minderheit <männlicher Flüsse> an. Mit der ganzen Länge von 1320 km seines Laufes bis zur Nordsee passiert er nach 330 km seiner Reise auf Schweizer Gebiet die beiden Rheinfelden und bildet auch gleichzeitig die Grenze. Hier trägt er auch hinauf bis zum Bodensee den Namen Hochrhein, vom Basler Rheinknie weg bis zur Nordsee ist er der Ober-, Mittel- und Niederrhein.

Rund 65% des schweizerischen Oberflächenwassers werden mit dem Rhein aus der Schweiz geführt. Dazu kommen noch die Entwässerung grosser Teile des südlichen Schwarzwaldes und des Hotzenwaldes. Meterweise Sprünge des Rheinpegels sind bei länger anhaltenden Regenperioden, wie wir sie in unseren Breitengraden kennen, keine Seltenheit.

Wir vom Pontonierfahrverein bekommen dies dann jeweils zu erst zu spüren, weil wir die Boote und Weidlinge sofort aus dem Wasser nehmen müssen, damit nicht mit grösseren Verlusten zu rechnen ist. Dass es in den letzten Jahren bei Hochwasser schon verschiedentlich die Anbindevorrichtung der Schiffe in Form von drei gerammten Holzpfählen ausgerissen und weggeschwemmt hat, sei hier nur am Rande erwähnt. Besonders das Jahrhunderthochwasser im Juni 1994 kam so überraschend, dass es an ein Wunder grenzt, dass alle Fahrzeuge dank grossem und gefährlichem Einsatz der Retter noch fahrtüchtig den reissenden Fluten abgerungen werden konnten.

Arg in Mitleidenschaft gezogen wurde bei diesem Hochwasser auch das alte Vereinshaus auf dem Burgkastell, in dem das Holz und die Festhütte für das Fischessen lagerten.

Rheinfelden ist der höchste mit einem Schiff auf dem Wasserweg zu erreichende Hafen am Hochrhein und zwar im Waren- wie im Ausflugsverkehr. Der Rhein ist es auch, dem wir unseren Sport verdanken. Es ist somit nicht verwunderlich, dass sich vor 100 Jahren einige gleichgesinnte jüngere und ältere Männer zusammen fanden, um den Pontonierfahrverein Rheinfelden zu gründen.

Die Gründungsmitglieder gehörten alle dem bereits zwanzig Jahre früher gegründeten Rheinclub an. Dieser erhielt für das Pontonfahren vom Bund Material und finanzielle Unterstützung.

Um die eidgenössischen Subventionen auch wirklich nur den Schweizern zugute kommen zu lassen, kam es Anfang 1896 zur Abspaltung der Pontonsektion, die innerhalb des Rheinclubs rein schweizerisch war.

Zitat Volkstimme aus dem Frickthal vom 4. März 1896: <Dem Vernehmen nach hat sich letzter Tage hier ein Pontonierfahrverein konstituiert, dem bereits eine ansehnliche Anzahl junger Leute als Mitglieder beigetreten sind. Ein nochmaliger Versuch von seiten des Vorstandes des Rheinclubs, eine Verschmelzung der beiden Vereine zu erzwingen, scheiterte am Abstimmungsresultat, das mit 27 gegen 2 Stimmen deutlich dagegen ausfiel.>

Klar, dass von diesem Zeitpunkt an der Rheinclub gewisse finanzielle €ngste hatte, da vom Bund jetzt keine finanzielle Unterstützung mehr zu erwarten war.

Der Rhein-Club behauptete sich aber auch ohne das Geld vom Bund und aus den Protokollbüchern erfahren wir, dass 1906 zu Gunsten des Pontonierfahrvereins auf ein Jubiläumsfest mit Wettfahren verzichtet wurde und die Pontoniere ihrerseits zu ihrem 10jährigen Jubiläum eine schöne Erinnerungsgabe erhalten sollten.

Heute, hundert Jahre später, stehen wir wieder vor einem Neubeginn. Zwar ist es diesmal keine Abspaltung. Vielmehr ist es ein geplanter Kraftwerkneubau von Rheinfelden. Allerdings ist das Projekt <Neu Rheinfelden> zum Zeitpunkt, als dieser Artikel entsteht, noch nicht endgültig besiegelt. Trotzdem machen wir uns Gedanken, wie es weiter gehen wird.

Ganz im Gegensatz zum alten Kraftwerk, das mit dem Maschinenhaus parallel zum Fluss steht, soll das neue Projekt komplett quer zum Fluss, mit dem Maschinenhaus auf Schweizerseite, zu stehen kommen.

Der neue Standort liegt etwa 200 Meter unterhalb des jetzigen Stauwehrs.

Aus diesem Grunde machen wir uns heute natürlich ernsthafte Gedanken über unser zukünftiges Übungsgebiet und über die möglichen Auswirkungen auf die Strömungsverhältnisse. Die Weiterexistenz der oberen Rheinbrücke sowie des alten Maschinenhauses sind bis zum heutigen Zeitpunkt ebenfalls noch ungewiss und schliesslich steht auch das Vereinshaus auf einer Parzelle des Kraftwerkes. Auch da ist noch nichts entschieden, ob und wie lange wir da noch geduldet sind. Wäre da jetzt nicht noch das 100jährige Vereinsjubiläum mit dem Schweizerischen Jungpontonier-Wettfahren auf dem Programm, könnte man nur allzuschnell die ganze Angelegenheit in Frage stellen.

www.pfvr.ch
Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentare zu dieser Website an: stephan.wiekert@freesurf.ch
Copyright © 1999 Rheinfelder Pontoniere