Rheinfelder Pontoniere

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Der Nachwuchs

 

Jungfahrer, Jungpontonier, Pontonier 
Gemäss Statuten von 1940 hat der Verein im Bereiche der Nachwuchsförderung die nachfolgenden Aufgaben zu erfüllen:

<Der Pontonierfahrverein Rheinfelden als Sektion des Schweizerischen Pontonierfahrvereins hat den Zweck, seine Mitglieder in der Handhabung des eidgenössischen Pontoniermaterials auszubilden und unter steter Übung zu erhalten. Besonders aber jüngere Leute zu tüchtigen Pontonieren heranzubilden.>

In den 1978 revidierten und der neueren Zeit angepassten Statuten finden wir den folgenden Wortlaut:

<Der Pontonierfahrverein Rheinfelden verfolgt das Ziel der Pflege und Förderung des Wasserfahrens auf fliessenden Gewässern. Im besonderen stellt er sich die Aufgabe, Jungpontoniere auszubilden.>

Aus beiden Ausschnitten geht klar hervor, junge Leute heranzuziehen und sie in der schönen Kunst des Wasserfahrens auszubilden.

Rekrutierung und Werbung
Viele Jahrzehnte lang war mangelnder Nachwuchs in den meisten Sektionen kein Thema. Er rekrutierte sich zur Hauptsache aus den eigenen Reihen. Seit Beginn der achtziger Jahre aber scheint auch diese Quelle zu versiegen. Speziell in städtischen Regionen sind die Vereine, wollen sie weiter existieren, ernsthaft mit der Thematik Nachwuchswerbung konfrontiert.

Sport ist heute eine Konsumsache. Das Angebot ist gross. Junge boo-mende Sportarten wie Windsurfen, Skateboard und Snowboard hinterlassen in vielen Vereinen und Clubs ihre Spuren. Da Geld für junge Leute scheinbar keine Rolle mehr spielt, müssen wir uns aber ernsthaft fragen, ob der Pontoniersport, der ja nichts kostet, überhaupt noch etwas wert ist?

Verschiedene Versuche mit unterschiedlichen Methoden zur Werbung neuer Mitglieder wurden in unserer Sektion im Verlaufe der letzten Jahre mit mehr oder weniger Erfolg ausprobiert. Ein flächendeckendes, für die ganze Schweiz oder für alle Sektionen gültiges Rezept für die Nachwuchs-Werbung und Förderung gibt es nicht. Der Pontoniersport ist eine Randsportart und wird es weiterhin auch bleiben. Aber trotzdem ist es <der Sport>, den wir gewählt haben, der es wert ist, ausgeübt zu werden, sich dafür einzusetzen und in unserem Städtchen wieder etwas mehr zu präsentieren. Der willkommene Anlass dazu bietet sich nun mit der 100 Jahr Feier und der uns vom Verband zugesprochenen Durchführung der Schweizermeisterschaften für Jungpontoniere im August 1996.

Die Betreuung
Speziell in der heutigen Zeit ist dies eine Herausforderung, die einen sehr hohen Stellenwert einnimmt und auch ein grosses Mass an Einfühlungsvermögen voraussetzt. Der gute Trainer ist keineswegs derjenige, der einen Stoff vermittelt und mit übertriebenem Ehrgeiz die Jugendlichen überfordert. Vielmehr braucht er die Fähigkeit als Vermittler und Kamerad. Er lässt aktiv am Unterricht mitgestalten. Der Trainingsleiter hat eine sehr grosse Verantwortung. Mit einem abwechslungsreichen, vielseitigen Programm kann er Freude und Begeisterung wecken und dem Jugendlichen den Weg zum Sport aufzeigen. Die ausgezeichneten Lernfähigkeiten, die Jugendliche ab dem 10. Altersjahr besitzen, sollte zu einem genauen Lernen der Bewegungsabläufe genutzt werden. Häufig werden falsche Bewegungsabläufe automatisiert und müssen später mühsam wieder korrigiert werden. Das zeigt, dass die bestausgebildeten Vereinstrainer nicht bei den Aktiven, sondern in den Nachwuchskategorien ihren Platz haben müssten, dort, wo die Weichen gestellt werden.

Diese Tatsache hat auch der Zentralverband bereits vor vielen Jahren schon erkannt und bietet immer wieder neue Ausbildungsgrundlagen an. Zu Beginn dieses Jahrhunderts bis Mitte der fünfziger Jahre war es Sache des 2. Fahrchefs, den Nachwuchs zu instruieren und auszubilden. Um diesem Anliegen möglichst gerecht zu werden, wurden auch wiederholt Instruktionskurse angeboten. Verschiedene Ausbildungsmethoden und Führungsstile sind in der Vergangenheit praktiziert worden, vom streng soldatischen bis zum kameradschaftlichen, alle mit mehr oder weniger Erfolg.

Als Motivationsspritze zum regelmässigen Besuch des Trainings dient auch das seit bald 40 Jahren durchgeführte Jungpontonierlager in Einigen am Thunersee. Es findet jährlich Ende Juli statt und dauert acht bis zehn Tage. Das Lager bietet den Teilnehmern vom Schwimmen, Schlauchbootfahrten, Orientierungslaufen, Wasserfahren und Wettkampf alles, was einem jungen Wasserfahrer so Spass und Freude macht. Das alles in selbsterstellten Zelten zusammen mit etwa 200 weiteren Burschen und Mädchen aus der ganzen Schweiz.

Die Ausbildung
Seit 1947 ist Wasserfahren der militärischen Vorbildung zugeordnet. Daher ist es klar, dass das Ausbildungsmaterial respektive der Ausbildungsstoff in den letzten Jahrzehnten stets den Anforderungen der Genietruppen angepasst worden ist.

Als neustes Element, um die Ausbildung interessanter und abwechslungsreicher zu gestalten, und sicher auch mit dem Ziel, die Jungfahrer-bewegung zu beleben, wird mit dem Reglement 71 erstmals die Ausbildung der Jungpontoniere am Aussenbordmotor eingeführt.

Die anfänglichen €ngste in den Vereinen, dass die Ausbildung am Motor sich eher zum Nachteil für den Sport auswirken werde, sind schnell wieder verflogen. Heute dürfen wir mit Genugtuung feststellen, dass sich die neuen Schiffsführer, welche den Kurs 4 und die Schiffsführer-Prüfung absolviert haben, sicher, vorbildlich und umweltbewusst auf den Flüssen und Seen bewegen. Der Ausbildungsstand der Jungpontoniere wird jährlich von einem durch das Bundesamt für Genie und Festung (BAGF) bestimmten Inspektor, in der Regel ist es ein Offizier, überprüft. Dabei müssen die Teilnehmer die ihrer Kursstufe entsprechenden Anforderungen erfüllen. Dazu gehören Schwimmen, Schnüren, Spann-tauwerfen und natürlich das Fahren in einem Weidling als Vorderfahrer im Kurs 1 oder als Steuermann zu zweit und alleine in allen weiteren Kursen. Alle Prüflinge, welche die Prüfung bestehen, werden mit dem Abzeichen der entsprechenden Kursstufe ausgezeichnet.

Truppenordnung 1995 und ihre Folgen
Gerade in der Zeit, wo dieses Buch entsteht, stehen wir mitten in einer Phase der Neuorientierung.

Die Truppenordnung der Armee 1995 geht der Verwirklichung entgegen. Verantwortlich für den zukünftigen Bedarf an Fahrpontonieren ist die Beschaffung der Schwimmbrücke 95. Wird sie in vollem Umfange angeschafft, wird der Bedarf an Fahrpontonieren von derzeit 170 auf 90 Mann sinken.

Stellungspflichtige mit absolvierter vordienstlicher Ausbildung werden aber in jedem Fall in den Pont und G Bat willkommen sein.

Unser Sport und seine Entwicklung
Wasserfahren ist zweifelsohne eine vollkommene Sportart, bei der der ganze Körper im Kraft- und Ausdauer-Bereich gefordert wird. Wasserfahren ist längst keine <nur> Sommersportart mehr. Es erstaunt heute nicht, dass während der kalten Jahreszeit vermehrt auch Pontoniere in Fitnesscentern anzutreffen sind, wo sie die während der Saison antrainierte Kraft und Ausdauer überwintern und für die neue Saison gezielt wieder aufbauen. Gemäss den heutigen Wettkampfstrecken, wo immer mehr Übungsteile gegen die Uhr gefahren werden, macht sich diese Erkenntnis in Sachen Trainingsvorbereitung immer mehr bemerkbar.

Als grosser Fortschritt für den Pontoniersport wird sich die einfachere Auslegung des Regelwerkes zeigen, welche in Zürich am Eidg. Wettfahren 1995 zum erstenmal und als Versuch eingeführt wurde. Dies ist ein grosser Schritt in Richtung der P90-Kommission, die in ihrem Mass-nahmenkatalog unter anderem festgehalten hat, dass in Zukunft nur noch Übungsteile bewertet werden sollten, deren Aktionen und Handlungen klar messbar sind. Stilnoten, die immer wieder Anlass zu Diskussionen geben, sollen also allmählich aus dem Wettkampf verdrängt werden.

Der Wettkampf
Als Aufwertung für den Sport, als Trainingsziel und zur Motivation gilt ganz sicher die im Jahre 1988 in Schaffhausen ins Leben gerufene Schweizermeisterschaft der Jungpontoniere. Die Einteilung der Kategorien wird nach folgenden Altersstufen vorgenommen:
Kategorie 3: 13 bis 15jährige Burschen und Mädchen
Kategorie 2: 16 bis 18jährige Burschen und Mädchen
Kategorie 1: 19 bis 20jährige Burschen und Mädchen
Der Jahrgang des älteren Fahrers jedes Fahrerpaares bestimmt die Kategorienzugehörigkeit.

www.pfvr.ch
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